Entscheidungen

Welcher Weg ist der Richtige? Wenn es einen richtigen gibt – muss es auch einen falschen geben. Oder nicht?

Quelle: https://pixabay.com/de/users/3dman_eu-1553824/ Peggy und Marco Lachmann-Anke

Wieso fällt es uns so oft so schwer sich zu entscheiden? Alle Angebote sind so verlockend, am liebsten würden wir dann alle Wege gleichzeitig gehen. Beim Einkaufen mag das noch möglich sein. Nehme ich jetzt die schwarze Tasche oder doch die beige. Sind die Schuhe mit den höheren Absätzen schöner oder sollte ich doch auf die Bequemlichkeit achten…

Wer sich beim Einkaufen mit der Entscheidung schwer tut, der kauft meistens die beiden besten Optionen. Bei Lebensentscheidungen ist das aber oft nicht möglich.

Vielleicht geht es noch, die unterschiedlichen Möglichkeiten nacheinander zu leben. Dazu muss ich mir nur genügend Zeit geben. Da sich aber meistens die Lebenssituationen bis dahin geändert haben, ist es nicht mehr dasselbe.

Wer darauf besteht, alle Faktoren zu überblicken, bevor er sich entscheidet, wird sich nie entscheiden.

Henri-Frédéric Amiel

Angst vor Entscheidungen

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum wir uns mit Entscheidungen oft so schwertun? Ist es die Qual der Wahl – die uns zurückhält? Oder ist es die Angst, etwas Falsches zu entscheiden. Und dann daraus einen Nachteil zu haben.

Woher kommt die Angst vor Entscheidungen? Ist sie angeboren oder werden wir als Kinder so konditioniert. Manche Menschen haben vor Entscheidungen so große Angst, dass sie sich quasi nie entscheiden. Sie lassen die Entscheidungen auf sich zukommen. Das „Schicksal“ entscheidet sich dann für sie. – Auf eine gewisse Art ist das auch eine Entscheidung.

Fazit – es gibt kein Nicht-Entscheiden. Auch wenn ich mich nicht aktiv entscheide, habe ich eine Entscheidung getroffen. Nämlich die, dass ich es auf mich zukommen lasse. Was ist dann die Konsequenz für mich. Ich muss dann das annehmen, was von außen für mich entschieden wurde.

Die Möglichkeit dann im Außen die Schuld zu suchen, warum die Entscheidung nicht die richtige war, habe ich dann ja.

Genau – also habe ich dann auch nicht die Verantwortung für die Konsequenzen zu tragen. Ich muss zwar das Ergebnis aushalten, aber „ich bin ja nicht schuld an dieser Misere“. Ich bin nur das arme Opfer, das vom Schicksal so gebeutelt wird.

Schlechte Erfahrungen

Wenn wir schlechte Erfahrungen mit Entscheidungen gemacht haben, ist eine gewisse Angst vor der nächsten großen Entscheidung durchaus nachvollziehbar. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass wir größere Entscheidungen dann hinauszögern.

  • Die Frage stellt sich dann aber, was gewinnen wir dadurch?
  • Wird die Entscheidung besser, wenn wir abwarten?
  • Oder wird sie etwa leichter zu treffen sein?

Diese Fragen werden sicher von den meisten mit NEIN beantwortet. Also es wird nicht leichter und auch nicht besser, wenn wir mit der Entscheidung warten. Was treibt uns dann dennoch an, eine Entscheidung hinauszuzögern?

Diese Frage beschäftigt mich schon seit einiger Zeit. Möglicherweise gibt es sehr verschiedene Gründe, die Menschen zögern lassen. Im Grunde ist es aber immer die Angst, es könnte die falsche Entscheidung sein.

Wie erkenne ich nun, ob eine Entscheidung falsch war oder doch richtig?

Nun einerseits kann ich natürlich das Ergebnis nach der Entscheidung analysieren. Wie ist die Sache ausgegangen. Bin ich jetzt in einer besseren oder schlechteren Situation als vorher.

Ich kann aber auch meine Gedanken ins Positive lenken. Die Entscheidung lässt sich ja normalerweise nicht rückgängig machen. Also lasse ich kein „wenn ich hätte“ zu.

Welche Methode hier die bessere ist, hängt von der Einstellung des jeweiligen Entscheiders ab.

Gründe für das Zögern vor Entscheidungen

Wenn ich Menschen beobachte, die vor Entscheidungen stehen – kann ich sehr unterschiedliche Herangehensweisen identifizieren.

Da gibt es diejenigen unter uns, die nicht lange nachdenken und eine Entscheidung treffen. Wenn man sie fragt, wie sie zu der Entscheidung gekommen sind, sagen sie nur – „das war eine Bauchentscheidung“. Das sind meist auch jene, die mit dem Ergebnis ihrer Entscheidung leben und sich nicht nochmal hinterfragen.

Dann gibt es die Anderen, die brauchen Tage – Wochen – Monate …, alles wird analysiert. Nochmal durchgesprochen, aufgeschrieben. Die „Pro und Kontras“ abgewogen. Die meisten dieser Menschen können nicht benennen, wo sich im Körper ihr Entscheidungszentrum befindet. Für den Beobachter scheint es klar – das Entscheidungszentrum dieser Menschen hat eher den Sitz im Kopf. Dabei ist auch deren Entscheidung zu über 90% aus dem Bauch heraus. Sie vertrauen sich selbst nur nicht genug.

Manche haben vor größeren Entscheidungen körperliche Probleme. Schlafstörungen, Unruhe, Übelkeit, Kopfschmerzen usw. Wenn sich der Entscheidungsprozess über längere Zeit hinzieht, können sich diese Symptome sogar in gesundheitlichen Problemen manifestieren.

Welcher Weg ist nun der Richtige?

Ja, wie weiss ich nun für welchen Weg ich mich entscheiden soll? Möglicherweise weiss ich es erst, wenn ich den Weg gegangen bin. Umkehren? Geht das? Da wir in einer geradlinigen Zeitachse leben, ist das wohl nicht so leicht möglich.

Oft fällt uns die Entscheidung schwer, weil wir nicht wissen wo der Weg hinführt. Ich finde, das ist aber genau die Würze in unserer Lebenssuppe. Wenn ich vorher wüsste, was herauskommt, was würde ich denn dann entscheiden. Würde ich wirklich den anderen Weg nehmen oder doch den gleichen.

Da gibt es doch den Spruch “DER WEG IST DAS ZIEL” … oh wie schön wäre es, wenn wir alle Wege offen da liegen hätten. Aber vielleicht wäre dann unser Leben langweilig. Keine Spannung, was kommt heraus, wenn ich so entscheide.

Ich persönlich finde es wie Monopoly – ich gehe den Weg, der mir in dieser Phase des Lebens (bei diesem Spielzug) der Beste erscheint zu sein. Und dann … mal sehen, wie es sich entwickelt. In den meisten Fälle ist es ein sehr guter Weg. Oft sieht man das Gute nicht gleich, aber rückblickend stellt sich doch oft heraus, es war alles zum Besten.  Klar wir können jetzt natürlich sagen: „vielleicht wäre der andere Weg doch noch besser gewesen“. Wir können uns aber auch zurücklehnen und geniessen.

Komfortzone

Entscheidungen zu treffen, bedeutet auch die Komfortzone zu verlassen. Ich bewege mich aus dem Vertrauten heraus – aus dem Gewohnten. Es ist doch so bequem immer das zu erleben, was man schon kennt.

Da frage ich dich – wirklich, ist das so?

Wie viele Male hast du dich über etwas geärgert, dass du im Alltag erlebst. Ärgern kostet sehr viel Energie, die dich negativ auflädt. Nach unten zieht. Ist das dann wirklich bequem? Oder änderst du daran einfach nur aus Faulheit nichts. Oder vielleicht gehörst du auch zu denen die sich gerne mit negativer Energie umgeben.

Ich kann dir nur sagen, egal wie du dich entscheidest – du entscheidest immer RICHTIG. Es gibt keine falschen Entscheidungen. Vielleicht klappt etwas nicht gleich auf dem geraden Weg. Aber dann hast du eben einen Umweg gemacht und viel dazu gelernt. Das ist ein gutes Ergebnis. — und wenn alles fertig ist, dann kann “man” (du oder du oder du) auch ganz leicht darüber urteilen, was besser gewesen wäre. Aber keiner kann es wirklich beurteilen, weil wir den anderen Weg nicht gegangen sind.

In diesem Sinne – wünsche ich euch einen wunderschönen Tag und … entscheidet euch – es ist immer richtig.

Eure Brigitte

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